
in Arbeit – zwischen Wireframing und Prototyping
Eine digitale Lösung für niedrigschwelligen Zugang zu gemeinschaftlichen Werkstätten
Jahr
2026
Zeitlicher Umfang
3,5 Monate
Schlüsselkompetenzen
UX Research
Wireframing
Prototyping
Tools
Figma
Adobe Photoshop
ChatGPT, Claude & Gemini
Leonardo AI
Über dieses Projekt
WilliWerk ist die gemeinschaftliche Werkstatt, die im Rahmen unseres Baugemeinschaftsprojekts im zukünftigen Elbinselquartier in Hamburg-Wilhelmsburg entstehen wird. Ich bin selbst Teil dieses Projekts, was mir direkten Zugang zu den zukünftigen Nutzer:innen gibt, aber auch besondere Verantwortung, weil ich für Menschen gestalte, mit denen ich zusammenleben werde.
Die Werkstatt soll dem gesamten Quartier offenstehen, wird aber relativ klein sein.
Die größte Herausforderung: Wie finden Menschen überhaupt den Mut für den ersten Besuch?
Dieses Projekt entwickelt eine digitale Lösung für genau diesen kritischen Moment: vor dem ersten Besuch, wenn Unsicherheit viele davon abhält, überhaupt zu starten.
Team & Rolle
Product Designer (UX/UI) – Solo-Projekt, Bootcamp-Abschlussprojekt
Problemraum
Gemeinschaftswerkstätten haben enormes Potenzial für nachhaltiges Leben und Wissensaustausch – bleiben aber für viele schwer zugänglich. Die Barrieren sind weniger technisch als vielmehr sozial.
Zentrale Barrieren:
• Fehlende Orientierung: Menschen wissen nicht, wie sie anfangen sollen
• Unsichtbare Expertise: Hilfe läuft über persönliche Netzwerke, wer niemanden kennt, bleibt außen vor
• Soziale Hemmschwelle: Fremde um Hilfe bitten fühlt sich unangenehm an
Research-Erkenntnis:
Selbst erfahrene Hobby-Handwerker:innen kämpfen mit der „das müsste ich eigentlich können“-Barriere. 60% der Befragten wünschen sich eine offene Atmosphäre ohne Bewertung. Überraschend: Die Sichtbarkeit anderer Projekte spielte kaum eine Rolle. Wichtig ist zu wissen, wer helfen kann.
Persona & Design-Frage

Luca
ist interessiert an DIY und Reparaturen, hat aber wenig handwerkliche Routine. Sie informiert sich zuerst digital, beobachtet, bevor sie fragt, und sucht Hilfe bevorzugt bei Menschen, die sie kennt. Sie lernt am besten im gemeinsamen Arbeiten.
Wie könnten wir Luca den Einstieg erleichtern, sodass sie sich sowohl bei Werkzeugen als auch im sozialen Umfeld sicher und willkommen fühlt?
Lösungsansatz
Ein digitales Feature auf der Werkstatt-Website: filterbare Profile von Werkstattnutzer:innen, die Unterstützung anbieten – auch für Menschen von außerhalb.
Warum diese Lösung?
Im Vergleich zu Buddy-Systemen funktioniert dieser Ansatz wie ein großes Netzwerk: Nutzer:innen wählen selbst, wen sie ansprechen, und haben Zugriff auf das Wissen vieler statt nur einer Person. Gegenüber analogen Aushängen in der Werkstatt greift die digitale Lösung vor dem ersten Besuch – wenn die Hemmschwelle am höchsten ist und viele gar nicht erst vorbeikommen.
Geplante User Journey:
1. Website besuchen → 2. Profile nach Fähigkeiten filtern → 3. Passende Unterstützung finden → 4. Slot buchen (optional gemeinsam) → 5. Selbstbewusst vorbeikommen
Designstrategie
Aufmerksamkeit lenken:
Durch visuelle Hervorhebung mache ich wichtige Interaktionspunkte klar erkennbar. Filterergebnisse und Buchungs-Buttons sind deutlich sichtbar, ohne zu überfordern. Mit Farbe, Größe und Weißraum entsteht eine klare Hierarchie, die durch den Prozess führt.
Bestätigung als positiver Moment:
Die Buchungsbestätigung soll ermutigend gestaltet sein – nicht nur nüchtern informieren. Geplant: Eine freundliche Seite mit visueller Darstellung des Slots, vielleicht „Dein Werkstattbesuch steht – wir freuen uns auf dich!“ und optional Vorschau auf die gewählte Unterstützung. Ziel: Vorfreude und Sicherheit vermitteln.
Nächster Fokus:
UX Writing und Onboarding-Sprache. Ich gehe davon aus, dass die richtigen Worte entscheidend dafür sind, ob sich Menschen willkommen fühlen, gerade in diesem nicht-kommerziellen, sozialen Kontext.
Geplante Erfolgsmessung
Zwei KPIs:
1) Filter-zu-Buchung-Conversion: führt die Profilsuche zu tatsächlichen Werkstattbesuchen?
2) Community-Wachstum: werden neue Besucher:innen zu aktiven Teilnehmenden und irgendwann selbst zu Helfenden?
Marktkontext:
Viele offene Werkstätten haben minimale digitale Infrastruktur: meist nur Infos, keine Fokussierung auf menschliche Verbindung. Kleine Verbesserungen beim Einstieg können große Wirkung haben.
Risiko:
Plattform-Skepsis in der Community-Werkstatt-Szene. Das Tool muss sich wie Infrastruktur anfühlen, nicht wie ein kommerzielles Produkt.
Reflexion & Ausblick
Was funktioniert:
Der Fokus auf den Moment vor dem ersten Besuch hat eine konkrete Design-Herausforderung geschaffen. Die Research zeigt klar: Soziale Barrieren sind das Hauptproblem. Die Lösung adressiert beides – praktische und emotionale Bedürfnisse.
Nächste Schritte:
Prototyping der Interface-Details, UX Writing entwickeln und testen, Usability-Tests mit potenziellen Nutzer:innen.
Dieses Projekt ist für mich persönlich bedeutsam und professionell herausfordernd. Ich gestalte für Menschen, mit denen ich zusammenleben werde. Der echte Erfolgsmaßstab wird sein, ob WilliWerk ein Ort wird, an dem Menschen sich tatsächlich willkommen und befähigt fühlen.


